
Als Persönlichkeitstrainer und Coach geht es mir nicht darum, jemandem beizubringen, wie er mit einer Diagnose, einem Label oder einer Eigenschaft „umzugehen lernt“. Es geht darum, wie du in der Welt bist – und wie du von da ein paar Schritte weiterkommst.
Das klingt zunächst wie eine Selbstverständlichkeit. Ist es nicht. Ein großer Teil dessen, was sich Persönlichkeitsentwicklung nennt, arbeitet in Wahrheit am Coping: Wie komme ich mit dem klar, was ich bin? Wie funktioniere ich trotz meiner Eigenheiten? Das ist nützlich, wenn akuter Druck da ist. Es ist aber nicht dasselbe wie Entwicklung.
Ent-wicklung wörtlich genommen
Persönlichkeit zu „ent-wickeln“ heißt wörtlich das: den Raum vergrößern, den du einnimmst. Schauen, welche Winkel du dir nie angeschaut hast. Innere Anteile nutzbar machen, statt sie wegzusperren. Aus der sozial anerkannten Schublade entkommen – nicht um anders zu wirken, sondern um wirklich zu wachsen.
Das gilt für den einzelnen Menschen an sich und (als emergentes Phänomen) genauso für uns als Gesellschaft. Wachstum – echtes, nicht nur mehr vom Gleichen – passiert erst, wenn wir unsere Bedürfnisse geklärt haben. Befriedigt oder neu geframet. Erst dann können wir uns überhaupt in eine ungewisse Zukunft hinein entwickeln, statt nur vor ihr zurückzuweichen.
Das ist immer ein Spagat: zwischen Persönlichkeit, Identität und Gemeinschaft. Die Lakota haben dafür ein Bild, das ich sehr mag: den Roten Weg, Canku Luta – den Pfad, der Balance hält zwischen dem Individuellen und dem, was einen trägt.
Warum Konfrontation und warum NLP
Genau in diesem Spannungsfeld arbeite ich wirklich gerne, da ich am eigenen Leib erfahren habe wie transformativ das ist. Und ist es nicht genau dass, was nötig ist? Transformation?
Konfrontation, weil man die unangeschauten Winkel der eigenen Persönlichkeit nicht sanft findet, sondern sich ihnen stellen muss. Die meisten blinden Flecken bleiben blind, solange niemand direkt genug hinschaut und benennt, was er sieht.
NLP und Systemik, weil Konfrontation ohne Werkzeug nur Härte ist, kein Wachstum. Wer jemanden konfrontiert, ohne ihm gleichzeitig einen Weg zu geben, mit dem Sichtbargewordenen umzugehen, hinterlässt offene Wunden statt Entwicklung (und offene Wunden gibt es genug in der Welt).
Die Kombination aus beidem – der Mut, ehrlich hinzuschauen, und das Handwerk, mit dem Gesehenen zu arbeiten – ist das, was ich Konfrontatives NLP nenne.
Zusammen ergibt das etwas, das ich in den nächsten Monaten weiter zeigen will, in konkreten Formaten und Cases: eine Arbeitsweise, die weder rein sanft-begleitend noch rein konfrontativ-hart ist, sondern beides bewusst verbindet.

Was bleibt
Konfrontatives NLP ist kein neues Werkzeug. Es ist eher wie spezielles Handwerk. Es ist eine Haltung dazu, wie ich die bekannten Werkzeuge – NLP, Systemik, Stühlearbeit, Anti-Gewalt-Arbeit – einsetze: nicht um Menschen anzupassen, sondern um sie größer werden zu lassen, als sie sich selbst zugetraut haben.
FAQ
Ist Konfrontatives NLP eine neue Methode? Nein, es ist eine Positionierung bestehender Methoden – NLP, systemisches Arbeiten, Stühlearbeit, Anti-Gewalt-Prinzipien – unter einer gemeinsamen Haltung: Konfrontation als Voraussetzung für echte Entwicklung, nicht als Selbstzweck.
Für wen ist dieser Ansatz geeignet? Für Menschen, die bereits einiges an sich gearbeitet haben und merken, dass reines Coping oder sanftes Coaching an eine Grenze stößt – Führungskräfte, Menschen in Veränderungsprozessen, Coaches, die selbst tiefer arbeiten wollen.
Bedeutet Konfrontation, dass es unangenehm wird? Oft ja, zeitweise. Aber Konfrontation im hier verstandenen Sinn geschieht immer im Kontakt, nie gegen die Würde der Person – das unterscheidet sie von reiner Härte.
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